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Standortsuche für Produktionsunternehmen
1. Die wichtigsten Wirtschaftsregionen 2. Sondergebiete und Sonderzonen 3. Kriterien für die Standortsuche 4. Leistungen von China-Experts
1. Die wichtigsten Wirtschaftsregionen
Die wichtigsten Wirtschaftsregionen Chinas sind Nordost-China, Beijing und Tianjin, Shanghai und das Yangzi-Delta sowie die Provinz Guangdong. Die zentral- und westchinesischen Provinzen werden seit einigen Jahren stark gefördert, sind aber bis auf einige Provinzhauptstädte ökonomisch eher unbedeutend.
Der Nordosten Chinas ist geprägt durch den Steinkohlebergbau und die Schwerindustrie. Außerdem ist hier eines der Zentren der Automobilindustrie (First Automobile Works, FAW-VW, BMW).
Die regierungsunmittelbaren Städte Beijing und Tianjin sind ein Schwerpunkt der Dienstleistungs- und IT-Industrie. Die beiden Städte sind durch eine Autobahn verbunden und wachsen immer mehr zu einem Wirtschaftsraum zusammen.
Shanghai und das angrenzende Yangzi-Delta zeichnen sich durch eine Vielfalt von Industriebereichen aus. Das Yangzi-Delta ist mit ca. 300 Millionen Einwohnern das am dichtesten besiedelte Gebiet Chinas und verzeichnet unter allen Industrieregionen die höchsten Wachstumsraten.
In Guangdong und dem Perflussdelta liegt der Schwerpunkt auf der Leichtindustrie. Aufgrund der Nähe zu Hongkong ist die Region stark exportorientiert und mit Hongkong als Dienstleistungszentrum verknüpft.
Das von der chinesischen Regierung initiierte Go-West Programm zur wirtschaftlichen Entwicklung des Westens trägt bislang nur geringe Früchte. Die Millionen-Metropole Chongqing ist zum Mittelpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung geworden.
Umfassende Informationen zu den einzelnen Wirtschaftsregionen und den jeweiligen Städten können im Internet auf den Webseiten der Städte und Regionen abgerufen werden. Meist funktioniert es www.stadtname.gov.cn, hierbei “stadtname” durch den gewünschten Ort oder die gewünschte Region ersetzen.
2. Sondergebiete und Sonderzonen
In China existieren zahlreiche wirtschaftliche Sonderzonen, in denen ausländischen Unternehmen Vergünstigungen wie lokale Steuervorteile, administrative Vereinfachungen und eine gut entwickelte Infrastruktur geboten werden.
Zu den Sonderzonen zählen
Economic and technolgical development zones: diese bieten dem internationalen Standard entsprechende Einrichtungen und unterstützende Dienstleistungen, Steuervergünstigung in den Zonen, die von der Zentralregierung genehmigt wurden
High Technology industrial development zones: hier werden besondere Vorteile geboten für Unternehmen, die unter das Kriterium Hochtechnologie fallen (siehe auch den Katalog für High-Tech-Industrien)
Border and economic cooperation zones: hier wird der grenzüberschreitende Warenverkehr und das Export-Processing besonders gefördert
Tourist and holiday resort zones: diese Zonen richten sich bevorzugt an Investoren aus der Tourismusbranche
Taiwan Investment Zones: diesen Zonen sollen insbesondere Investitionen taiwanesische Unternehmen anziehen
Zu den bekanntesten und für Investoren attraktivsten Sonderzonen sind die Free Trade Zones (FTZ´s) als auch die Export Processing Zones (EPZ´s) zu zählen, die im Folgenden detaillierter beschrieben werden.
Free Trade Zones
In China existieren 15 Freihandelszonen, mit einer durchschnittlichen Größe von sechs bis zehn Quadratkilometern, die in den chinesischen Küstenstädten angesiedelt sind. Die wohl bekannteste ist die Freihandelszone in Shanghai Waigaoqiao, während die älteste in Shenzhen anzutreffen ist.
Freihandelszonen sind als Bonded Zones zu betrachten. Das heißt es bestehen Ausnahmen bei der Verzollung und der Mehrwertsteuerberechnung. Bei Importen in die Zone greifen ebenso keine Verzollungsverpflichtungen.
Neben der Zollerleichterungen gibt es keine besonderen Steuervergünstigungen mehr. Der Standardsatz bei der Körperschaftsteuer beträgt 25%, kann aber für High-Tech-Unternehmen auf 15% reduziert werden.
Weiterhin bieten die Freihandelszonen Anreize wie den zollfreien Import von Investitions- und Produktionsgütern. Importe werden erst verzollt und besteuert, wenn die Güter die Freihandelszone in Richtung China verlassen. Die Besteuerung basiert auf dem Verhältnis der lokal beschafften und importierten Waren. Wenn mehr als 70% der Fertigprodukte re-exportiert werden, werden die verbleibenden Produkte mit einem reduzierten Satz zum Importwert verzollt.
Hierüber hinaus kann jede Zone weitere individuelle Anreize bieten. Hierzu können Anreize beim Landnutzungsrecht oder auch Befreiungen von der lokalen Einkommenssteuer gehören.
Obwohl ausländische Unternehmen als Handelunternehmen in den Freihandelszonen tätig werden können, besitzen sie keine Handelsrechte, dass heißt für den Verkauf nach China müssen chinesische Import & Export Agenturen eingeschaltet werden. Im Juni 2003 wurde diese Beschränkung für die Zonen Futian, Shatoujia, Tianjin, Waigaoqiao und Xiamen aufgehoben. Das bedeutet, dass Unternehmen in diesen Zonen ohne Intermediäre Handel mit chinesischen Unternehmen betreiben dürfen.
Anhand einer Tabelle soll kurz die Bedeutung der Freihandelszonen am Beispiel Waigaoqiao in Shanghai deutlich gemacht werden:
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Bedeutung der FHZ Waigaoqiao für Shanghai 2003
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Einheit
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Waigaoqiao
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Shanghai
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Anteil Waigaoqiao an Gesamt-Shanghai in %
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Bruttoinlandsprodukt (Mrd.)
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RMB
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31,5
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625,1
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5,6
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Import & Export (Mrd.)
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US$
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20,9
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112,3
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18,6
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Industrielle Produktion (Mrd.)
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RMB
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41,6
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1.126,7
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3,7
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Umschlagskapazität des Hafens (Mio.)
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TEU
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6,6
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11,3
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58,6
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Grundfläche
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km²
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10,0
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6.340,5
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0,2
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Export Processing Zones
In China gibt es etwa 40 Export Processing Zones mit einer durchschnittlichen Größe von zwei bis drei Quadratkilometern. EPC´s müssen innerhalb der Grenzen von Sonderwirtschaftszonen angesiedelt sein. Die EPC´s unterscheiden sich von den FTZ´s in vielfältiger Weise: Nur Processing-Tätigkeiten sowie damit verbundene Warehousing-Aktivitäten und Frachtabwicklungen sind erlaubt. Diese enge Abgrenzung ermöglicht Anreize für exportierende Unternehmen, die in den FTZ´s nicht möglich sind.
Für öffentliche Versorgungsleistungen in den EPC´s ist im Gegensatz zu den FTZ´s keine Mehrwertsteuer zu entrichten. Ebenso können nur für Unternehmen, die eine Exportquote von größer 70% haben Steuererleichterungen geltend gemacht werden. Diese Möglichkeit besteht jedoch für alle in den FTZ´s angesiedelten Unternehmen.
Weiterhin verfügen alle in den EPZ´s ansässigen Unternehmen über Handelsrechte.
In Bezug auf Importzölle und Mehrwertsteuerbehandlung von Aktivitäten innerhalb der Zone werden EPZ´s wie FTZ´s behandelt. Aus diesem Grund werden die EPZ´s als geschlossene Zonen betrachtet, so dass alle Waren, Güter und Personen vor Eintritt in die Zone geprüft werden. Rechtlich sind die EPZ´s offen für ausländische Investitionen.
Aufgrund der Exportspezialisierung bekommen lokale Unternehmen, die an EPZ´s Unternehmen verkaufen eine Exportrückerstattung und das kaufende Unternehmen innerhalb der Zone muss keine Mehrwertsteuern zahlen. Dem gegenüber müssen FTZ Unternehmen auf alle in China gekauften Güter Mehrwertsteuern zahlen, Rückerstattungsansprüchen entstehen aber bei weiterem Export. Unternehmen in EPZ´s kommen in den Genuss von 24-Stunden Zoll Service.
Die FTZ´s werden hauptsächlich für Warehousing-Aktivitäten genutzt obwohl sie auch Procesing-Aktivitäten zulassen. Hier bieten die EPZ´s allerdings unterschiedliche Sonderanreize gegenüber den FTZ´s.
3. Entscheidungskriterien für die Standortwahl
Infrastruktur
Insbesondere die Infrastruktur ist ein in China sehr wichtiger Faktor, der besonders bewertet werden muss. Im Bereich der Transportlogistik ist nicht nur das Vorhandensein von Autobahnen zu prüfen, sondern auch deren Zustand und Verkehrsdichte, die häufig die Autobahnen zu Schleichstrecken machen. Häufig wählen Transportunternehmen auch einen längeren Weg über Landstraßen, um Mautgebühren einzusparen. Hierdurch kann die Transportzeit zum nächsten Wasser- oder Flughafen negativ beeinflusst werden.
Im Bereich der Energieversorgung muss geprüft werden, inwieweit eine zuverlässige Energieversorgung sichergestellt werden kann. Insbesondere in den Küstenprovinzen kann es aufgrund der unzureichenden Rohstoffversorgung zu Strom- und somit Produktionsausfällen kommen. Im Bezug auf die Zuverlässigkeit der Energieversorgung weisen zentralere Provinzen wie z.B. Shanxi aufgrund deren Ressourcenreichtums Vorteile gegenüber den Küstenprovinzen auf.
Natürlich darf auch die Kommunikationsinfrastruktur nicht außer Acht gelassen werden. Hier sind insbesondere die gelegentlich schlechten Telefonanbindungen in die Hitzekessel wie z.B. Nanjing anzumerken, die eine Kommunikation mitunter zeitweise stark beeinträchtigen.
Einkaufskonditionen für Rohstoffe
Bei der Wahl für einen Fertigungsstandort sollte vorab geprüft werden inwieweit die produktionsrelevanten Rohstoffe und Vorprodukte verfügbar sind. Die Versorgung mit Rohmaterialien ist in China regional sehr unterschiedlich und in vielen Bereichen ist China vom Weltmarkt abhängig.
Insbesondere ist die Verfügbarkeit und Liefersicherheit bei lokaler Fertigung von Vorprodukten zu überprüfen. Basierend hierauf ist zu entscheiden, in welcher Fertigungstiefe die Produktion in China erfolgen kann.
Lohnkosten
Die Lohnkosten differieren je nach Standort. Insbesondere in den Städten Beijing, Shanghai und Guangzhou sind die Lohnkosten für qualifiziertes Personal in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Hier sind in anderen Städten die Konditionen günstiger, aber die lokalen Arbeitsmärkte sind auch nicht so gut entwickelt.
Bei den Fertigungslöhnen gibt es aufgrund des unaufhörlichen Zustroms von Arbeitskräften aus den ländlichen Gebieten kaum nennenswerte Unterschiede zwischen den großen Städten und den Provinzen.
Personal
Während unqualifizierte Arbeitskraft in China in unbegrenzter Zahl verfügbar ist, sieht das Bild bei hochqualifiziertem Personal vielschichtiger aus. In den Großstädten sind die Gehälter erheblich gestiegen, und in für bestimmte Qualifikationen besteht ein Mangel an Fachkräften.
Schlechter noch sieht es fernab der Ballungszentren aus. Während hier Arbeiter problemlos rekrutiert werden können, ist insbesondere Fachpersonal nur schwer zu rekrutieren. Besonders schwierig ist es, Chinesen aus den großen Städten in die Provinz zu locken.
Für Expatriats bieten Standorte außerhalb der großen Städte meist kaum akzeptable Lebensbedingungen.
Kunden- und Lieferantennähe
Aufgrund der Größe Chinas - die Fläche ist größer als die Europas -, sollte die räumliche Entfernung zu Kunden als auch zu Lieferanten und somit der Aufwand für Transportkosten nicht außer Acht gelassen werden. Hier ist zu beachten, dass beispielsweise Lohnkostenvorteile durch eine Fertigung tief im Westen durch hohe Transportkosten aufgehoben werden können.
Insbesondere bei Abhängigkeit von wenigen Großkunden (z.B. Automobilzulieferindustrie) kann die Standortwahl durch lokalen Protektionismus eingeschränkt sein.
Die Nähe zu strategischen Entwicklungsprojekten kannähnliche Vorteile wie die Ansiedlung in einer Sonderwirtschaftszone oder einer Freihandelszone bieten, da auch hier mit besonderen Investitionsbedingungen und staatlicher Unterstützung gerechnet werden kann. Auch im Bereich der Infrastruktur und der bereits angesiedelten Unternehmen sind diese Gebiete meist weiter entwickelt als andere Investitionsstandorte . Dieses Entscheidungskriterium trifft jedoch in erster Linie nur auf direkte Zuliefere zu wie beispielsweise bei der Autocity in Anting bei Shanghai oder auf den Chemiepark in Nanjing.
Landnutzungsrechte
In China gibt es kein Eigentum an Grund und Boden, sondern befristete Landnutzungsrechte für einen Zeitraum von 50 bis 70 Jahren. Nur Landnutzungsrechte, die nach neuem Recht käuflich erworben wurden (granted land use rights), sind auch übertragbar. Die vor 1990 zugeteilten Rechte (allocated land use rights) dürfen dagegen nicht verkauft, vermietet oder in Joint Ventures eingebracht werden.
Bei Investitionen in den Sonderzonen werden grundsätzlich neue Urkunden für granted land use rights ausgestellt. Aufgrund des Wettbewerbs zwischen den einzelnen Sonderzonen können die Preise stark variieren.
Bei einem Joint-Venture, in das der chinesische Partner Land einbringt, sind die Rechte einer eingehenden Prüfung zu unterziehen, wobei wir Ihnen Unterstützung und Beratung anbieten können.
4. Leistungen von China-Experts
Im Rahmen der Standortentscheidung bieten wir Ihnen folgende Leistungen an:-
- Standortanalysen
- Prüfung von Standorten in China
- Verhandlungen mit Behörden und Zonenverwaltungen
Dezember 2007
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