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China-Nachrichten
von
Helmut Janus GmbH China-Consult und VACT Vinck’s Agency for Consulting and Trading
Nr. 24 vom 17. März 2006
Außenhandel steigt um 23,2%
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- in Mrd. US-Dollar -
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2005
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2004
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Veränderung
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Chinesische Ausfuhr
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762,0
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593,36
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28,4%
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Chinesische Einfuhr
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660,12
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561,38
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17,6%
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Außenhandel gesamt
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1.422,12
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1154,74
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23,2%
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Überschuss
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101,88
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31,98
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218,6%
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- Mit 48,6% lag der Anteil der Verarbeitungsgeschäfte (processing trade) um 1% über dem Wert des Vorjahres. Das Wachstum war aber nicht mehr so hoch wie im Vorjahr. Aus diesen Geschäften wurde ein Überschuss von 142,45 Mrd. US-Dollar (36,19 Mrd. über Vorjahr) erzielt.
- Die Unternehmen mit ausländischem Kapital konnten ihren Anteil nochmals um 1,1% auf 58,5% steigern. Der Anteil der Staatsunternehmen ging trotz absoluten Wachstums um 10,9% auf 25,7% zurück (2,9% unter dem Anteil des Vorjahrs).
- Bei der Reihenfolge der Handelspartner lag wiederum die EU knapp vor den USA, gefolgt von Japan und Hongkong. Gegenüber den USA und der EU verzeichnete China gewaltige Handelsüberschüsse von 114,2 bzw. 70,1 Mrd. US-Dollar.
- Bei der Zusammensetzung der Exporte stieg der Anteil von Maschinen und Elektronik noch einmal überdurchschnittlich und erreichte 56% der gesamten Ausfuhr. Aber auch die traditionellen Güter wie Textilien Schuhe und Plastikprodukte verzeichneten starkes Wachstum. Besonders aufmerksam wurde registriert, dass erstmals mehr Fahrzeuge ausgeführt als eingeführt wurden.
Chinesische Aktienbörsen: A-Share-Markt für Ausländer geöffnet
Seit Anfang März dürfen ausländische Investoren auch Aktien von Unternehmen kaufen, die bisher nur im lokalen Markt an den Börsen in Shanghai und Shenzhen gehandelt wurden (A-Aktien). Die Bestimmungen enthalten folgende Bedingungen:
- Ausländer dürfen nur Aktien von Unternehmen erwerben, die bereits die Reform ihrer Aktien durchgeführt haben, d.h. die Trennung zwischen nicht-handelbaren Aktien im Eigentum von staatlichen Institutionen und am Markt gehandelten Aktien muss aufgehoben worden sein. Diese Reform haben bisher rund 300 der knapp 1400 an der Börse gelisteten Unternehmen durchgeführt, in der Regel dadurch, dass den freien Aktionären Gratisaktien von den staatlichen Eigentümern zugeteilt wurden. Die reformierten Aktien werden auch als "G-Shares" bezeichnet.
- Die Beteiligung des ausländischen Investors kann in Raten erfolgen. Die erste Rate muss allerdings mindestens 10% der gehandelten Aktien betragen.
- Die Beteiligung muss für mindestens drei Jahre gehalten werden, und der ausländische Eigentümer muss sich verpflichten, die Investitionen des Unternehmens zu unterstützen.
Ob diese Politik dem chinesischen Aktienmarkt aus seiner Flaute hilft, muss sich noch erweisen. Hoffnungsvoll stimmt die Anleger, dass nach einer vierjährigen Flaute die Kurse in den ersten zwei Monaten dieses Jahres immerhin wieder etwas anzogen. Etliche der knapp 1400 Unternehmen, die A-Aktien ausgegeben haben, schreiben rote Zahlen oder haben sogar ein negatives Kapital. Die Aktien von maximal 400 Unternehmen dürften auf längere Sicht handelbar sein. Die große Börsenbereinigung steht also noch bevor.
Mehr als 750 Entwicklungszentren in China
Mit niedrigen Gehältern für gut ausgebildete Universitätsabsolventen lockt China ausländische Investoren nicht nur in industrielle Projekte, sondern auch zunehmend in Forschungs- und Entwicklungszentren. Von den im Jahr 2000 erlassenen Bestimmungen haben mittlerweile mehr als 750 internationale Unternehmen Gebrauch gemacht, darunter auch Siemens und Volkswagen. Ein Forschungs- und Entwicklungszentrum kann entweder als eigenes Unternehmen oder als Abteilung eines bestehenden Unternehmens mit getrennter Rechnungslegung geführt werden. Das Mindestkapital beträgt 2 Millionen US-Dollar. Dafür erhält der Investor Steuerfreiheit für alle importierten Geräte und Anlagen und kann seine Entwicklungsausgaben - sofern diese um jährlich mehr als 10% steigen - zur Hälfte von der Steuer absetzen. Bisher wurde das Instrument hauptsächlich für Anwendungsentwicklung genutzt.
Neues System der Festsetzung des Yuan-Wechselkurses
Mit Beginn des Jahres 2006 wurde ein neues System der Wechselkurs-Festsetzung eingeführt. Während früher sämtliche Transaktionen mit dem Devisenhandelszentrum der Zentralbank abgeschlossen werden mussten, werden die Kurse nun von 13 "Market Makern" bestimmt. Darunter sind neben den großen chinesischen Staatsbanken auch ausländische Banken wie die Shanghaier Filialen der Citibank, der HSBC, der Standard Chartered Bank und der A.B.N. Amro Bank. Nach wie vor dürfen sich die Kurse aber nur in einer engen Bandbreite von 0,3% für den US-Dollar und 3% für Euro, Yen und andere Währungen bewegen.
Beim Volkskongress im März kündigte Premierminister Wen Jiabao an, dass es in Zukunft keine plötzlichen Auf- oder Abwertungen mehr geben werde. Darauf kam es erstmals zu kurzfristigen Ausschlägen des Wechselkurses. Nach einer vorübergehenden Abschwächung stieg der Kurs wieder auf das ursprüngliche Niveau. Die wachsende Zinsdifferenz zwischen Yuan und US-Dollar deutet eher auf eine Schwächung der chinesischen Währung hin. Nach der einmaligen Aufwertung um 2,1% auf 8,11 Yuan für einen US-Dollar am 21. Juli 2005 verstärkte sich die chinesische Währung nur leicht auf 8,04 Yuan im März 2006.
Vereinheitlichung der Einkommensteuer für Unternehmen in China verschoben
Die Vereinheitlichung der Einkommensteuer für chinesische und ausländische Unternehmen ist verschoben worden. Die Gesetzentwürfe des „Law on Enterprise Income Tax“ und des „Property Law“ wurden nicht zur Beratung beim 4. Meeting des 10. Nationalen Volkskongresses Anfang März vorgelegt.
Gegenwärtig gelten für die Einkommensbesteuerung von ausländisch investierten Unternehmen (Foreign Invested Enterprises oder FIEs) die „Provisional Rules on Enterprise Income Tax“ vom 26.11.1993 und die „Tax Policy for foreign capital enterprises“ verabschiedet am 09.04.1991, durch den 7. ständigen Ausschuss des Nationalen Volkskongresses. Aufgrund der großen Unterschiede in der Einkommensbesteuerung von chinesischen und ausländischen Unternehmen haben chinesische Unternehmen eine Reform der Einkommensteuer gefordert, um die aus Ihrer Sicht unfaire Behandlung abzuschaffen. Dies soll durch eine stufenweise Absenkung der Einkommensteuer für chinesische Unternehmen erfolgen.
Anstieg der chinesischen Bevölkerung im Jahr 2005
Im Jahr 2005 ist die chinesische Bevölkerung um 7,68 Millionen gewachsen. Damit beträgt die Gesamtbevölkerung in der Volksrepublik China Ende 2005 insgesamt 1.307.560.000 Menschen. Davon sind 286 Millionen Kinder unter 14 Jahren. Zum Vergleich, dies entspricht fast der gesamten Bevölkerung der USA. 100,55 Millionen Chinesen sind über 65 Jahre alt, dies sind 7,7 % der gesamten Bevölkerung Chinas. 673,75 Millionen (51,5 %) Einwohner sind männlich und 633,81 Millionen (48,5 %) weiblich. Vom Jahre 1990 bis 2005 fiel die Geburtenrate in China von 0,02106 % auf 0,01204 %. Im gleichen Zeitraum fiel die Bevölkerungswachstumsrate in China von 0,01439 % auf 0,00589 %. Von der Gesamtbevölkerung von 1.307.560.000 Menschen leben 562,12 Millionen (43 %) in den städtischen und 745,44 Millionen (57 %) in den ländlichen Regionen Chinas.
Energie-Situation in China
China erlebte 2005 einen Anstieg der Energiekosten um 9,5 %, hauptsächlich verursacht durch das rapide Wirtschaftwachstums von 9 %. China verbraucht insgesamt 13,6 Prozent der Energie weltweit und ist damit zweitgrößter Energieverbraucher hinter den USA mit einem Anteil von 22,8 Prozent am weltweiten Energieverbrauch . In China ist Kohle die wichtigste Quelle zur Energiegewinnung, mit einem Anteil von 67 % an der gesamten Energieerzeugung des Landes. An zweiter Stelle steht das Erdöl mit 22,7 %. Nach heutigen Hochrechnungen wird China die USA als weltgrößten Emittenten von Kohlendioxid im Jahr 2020 überholen. Im Jahre 2005 wurden 2,14 Mrd. Tonnen Kohle zur Energieerzeugung verbraucht. Dies entspricht einen Anstieg um 10,6 % im Vergleich zum Vorjahr. China verbrauchte 1.812 Mio. Barrel Erdöl bei einer Förderung von 1.238 Mio. Barrel im Jahr 2005. China ist nach den USA der größte Erdölverbraucher der Welt, ca. 36 % des Erdölbedarfs werden importiert.
Zurzeit hat China 9 Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung mit 6.998 Megawatt in Betrieb. Der Beitrag der Kernenergie an der gesamten Energieerzeugung Chinas liegt bei 1,59 %, bei der gesamten Stromerzeugung liegt der Anteil bei 2,3 %. China plant in den nächsten 15 Jahren den Bau von 32 neuen Kernkraftwerken, um die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern. Die Gesamtleistung der Kernenergie im Jahre 2020 würde dann 40.000 Megawatt betragen und einen Anteil von 4 % an der gesamten Energieerzeugung haben.
Der Anteil der erneuerbaren Energien, Wind-, Wasser- und Solar-Energie, an der gesamten Energieerzeugung Chinas beträgt aktuell 7 %. Bis zum Jahr 2020 soll sich dieser Anteil auf 13 % erhöhen. Der 3-Schluchten Staudamm am Yangtse Fluss soll nach seiner Vollendung im Jahr 2009 Strom mit einer Jahresleistung von 86,4 Mrd. Kilowattstunden erzeugen. Zum Vergleich: Deutschland verbraucht im Durchschnitt ca. 500 Mrd. Kilowattstunden pro Jahr.
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