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China-Nachrichten

von

Helmut Janus GmbH China-Consult
 und VACT Vinck’s Agency for Consulting and Trading

Nr. 21 vom 14. Februar 2005

 

Außenhandel erneut auf Rekordniveau

Mit 1.154,74 Mrd. US-Dollar verzeichnete der chinesische Außenhandel 2004 ein Wachstum von 35,7% gegenüber 2003. Durch eine positive Entwicklung in der zweiten Hälfte des Jahres schloss die Handelsbilanz positiv ab. Die Exporte stiegen um 35,4% auf 593,36 Mrd., die Importe um 36% auf 561,38 Mrd. US-Dollar. Der Überschuss betrug demnach 31,98 Mrd. US-Dollar. Bemerkenswert war:

  • Mit 47,6% entfiel fast die Hälfte des chinesischen Außenhandels auf Verarbeitungsgeschäfte (processing trade), mit denen ein Überschüss von 106,26 Mrd. US-Dollar erzielt wurde.
  • Der Anteil der Unternehmen mit Auslandskapital am Außenhandel stieg erneut auf nunmehr 57,4%. Dagegen sank der Anteil der Staatsunternehmen um 4,3% auf 28,6%. Dagegen steigerten die chinesischen Privatunternehmen ihren Anteil um 2,4% auf 14%
  • Die erweiterte Europäische Union verdrängte mit einem Handelsvolumen von 177,28 Mrd. US-Dollar Japan vom Spitzenplatz der ausländischen Handelspartner. Auch die USA (US$ 169,6 Mrd.) zogen an Japan (USD 167,87 Mrd.) vorbei. Die USA waren mit Exporten von 125 Mrd. US-Dollar und einem Handelsüberschuss von 80,27 Mrd. US-Dollar der wichtigste chinesische Exportmarkt.
  • Bei den Exporten stiegen Maschinen und Elektro-Produkte nochmals überdurchschnittlich, aber auch die klassischen Exportgüter wie Textilien, Schuhe und Kunststoffprodukte erzielten hohe Wachstumsraten
  • Bei den Importen war der Anstieg bei den Rohstoffen mit 61,25 am Stärksten. Auf Rohstoffe entfielen 20,9% aller Importe. Die Importe von Eisenerz stiegen um 40,5% auf 210 Mio. Tonnen, Rohöl um 34,8% auf 120 Mio. Tonnen.

Trotz des hohen Handelsüberschusses mit den USA hat sich der Druck, die chinesische Währung aufzuwerten angesichts des prozentual geringer ausgefallenen Überschusses, des hohen Anteils der Verarbeitungsgeschäfte und der Abhängigkeit des Exports von den ausländisch investierten Unternehmen eher abgeschwächt. Zumindest liefern die Zahlen keine Munition für die These, dass durch den künstlich niedrig gehaltenen Wechselkurs die Exporte unangemessen subventioniert würden.

Neue Fassung des “Industrial Catalogue Guiding Foreign Investment” (2004 revision)

Der Katalog, mit dem China ausländische Investitionen durch die Einteilung in die Kategorien “gefördert”, “beschränkt”, “erlaubt” und “verboten” steuern möchte, liegt nunmehr in der dritten aktualisierten Fassung vor. Gegenüber 2003 hat sich an der Struktur nichts geändert. Die Kategorien wurden um verschiedene Positionen ergänzt bzw. gekürzt. So wurde Automobil-Elektronik in die Kategorie “gefördert” aufgenommen. Film- und Fernsehproduktionen sind nicht mehr verboten, sondern nur noch beschränkt. Wichtig ist der Katalog besonders für neue industrielle Projekte. Nur wer in die Kategorie “gefördert” fällt, darf ohne Zoll und Einfuhrumsatzsteuer Maschinen einführen. Den vollständigen Katalog stellen wir auf Anforderung gern als PDF-Datei zur Verfügung (siehe auch in unserem Ratgeber das Stichwort “Guiding Catalogue”)

Proteste internationaler Konzerne gegen das geplante Steuergesetz

54 internationale Großunternehmen haben gegen die geplante Vereinheitlichung der Steuersätze für chinesische Unternehmen und Unternehmen mit Auslandskapital protestiert und eine Verlängerung der Vergünstigungen für ausländische Investoren für weitere 5 bis 10 Jahre gefordert. Die chinesische Regierung beabsichtigt, die derzeit bestehende Bevorzugung ausländischer Unternehmen zugunsten eines einheitlichen Steuersatzes für alle Unternehmen zu beenden (siehe Nachrichten vom 03.09.2004). Das Anliegen der ausländischen Unternehmen fand Gehör beim Ministry of Commerce, das gegenüber dem Finanzministerium und der staatlichen Steuerverwaltung einen Aufschub der neuen Bestimmungen erreichen konnte. Dennoch ist davon auszugehen, dass die neuen Bestimmungen - wenn auch mit geringfügigen Modifikationen - in diesem Jahr in Kraft treten werden.

Zollsätze nochmals leicht reduziert

Der durchschnittliche Einfuhrzoll wurde zum 01. Januar 2005 von 10,4% auf 9,9% nochmals leicht gesenkt und liegt damit auf dem beim WTO-Beitritt vereinbarten Niveau. Für die meisten Branchen dürften die Zollsenkungen nur minimale Bedeutung haben. Der Zollsatz für importierte PKW’s beträgt nunmehr einheitlich 30% nach 34,2% bzw. 36,6% für Fahrzeuge unter bzw. über 3000 ccm Hubraum. Durch Einfuhrumsatzsteuer, Konsumsteuer und sonstige Abgaben sind Importfahrzeuge aber immer noch mit insgesamt 65% belastet. Auch die nächste Zollsenkung auf 25% zum 01.07.2006 dürfte wenig daran ändern, dass der Marktanteil der importierten Fahrzeuge nur bei ca. 5% liegt.

Ausländische Direktinvestitionen 2004

 

Anzahl Projekte

Verände rung

Vertragswerte (Mrd. US$)

Veränderung

Realisiert (Mrd. US$)

Veränderung

Joint Venture

11.570

-7,6%

27,641

+8,37%

16,386

-6,46%

Cooperative JV

1.343

-13,19%

7,788

+4,13%

3,112

-18,88%

Wholly Foreign Owned

30.708

+13,97%

117,275

+43,7%

40,222

+20,49%

Stock companies

43

+16,22%

0,774

+99,09%

0,777

+136,68%

Others

-

-100%

-

-100%

0,133

-

Gesamt

43.664

+6,29%

153,479

+33,38%

60,63

+13,32%

 

 

 

 

 

 

 

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 © Helmut Janus GmbH China-Consult, Essen 2011