China-Experts...Kompetenz im China-Geschäft

Helmut Janus GmbH
China-Consult
洋汉国际合作有限公司

Logo

Shanghaimodell

Bronzekoepfe

Löwe

Terrakottakrieger

Kohlkopflager

 China-Experts   Leistungen   Wir über uns   Ratgeber   Infos   Aktuelles   Kontakt   Impressum 

China-Nachrichten

von

Helmut Janus GmbH China-Consult
 und VACT Vinck’s Agency for Consulting and Trading

Nr. 17 vom 13. April 2004

 

Inflationsgefahr wächst

Der Anstieg der Konsumentenpreise für Januar 2004 betrug nach dem Chinesischen Amt für Statistik 3,2%.Wesentliche Faktoren dafür waren höhere Rohstoff- und Lebensmittelpreise. Bis jetzt gab es noch keine nennenswerten Preissteigerungen für Industriegüter. Die große Frage, die die Ökonomen beschäftigt, ist jetzt, ob die Konsumgüterpreise nachziehen werden, oder ob die Preissteigerung auf den Produktionssektor begrenzt bleibt. In jedem Fall ist der Anstieg der Inflation ein Zeichen für die ungesunde Wachstumsstruktur Chinas. Das beeindruckende Wirtschaftswachstum von 9,1% in 2003 beruhte vor allem auf dem Anstieg der Investitionen, die überwiegend durch Kredite finanziert wurden. Im Januar betrug das Wachstum der Kredite trotz eines Rückgangs in den letzten fünf Monaten noch immer 20,6%. Diese Situation bedeutet, dass weiterhin Kapazitäten aufgebaut werden, die nicht gebraucht werden. Bis jetzt hat sich die chinesische Zentralbank nicht dazu geäußert, ob sie die Zinsen zur Eindämmung der Inflation und der Investitionstätigkeit anheben will. Die Entscheidung dürfte nicht leicht zu treffen sein. Ein höheres Zinsniveau könnte zwar die Inflation eindämmen, aber auch zu einem empfindlichen Rückgang des Wachstums und damit zu einer Verschärfung der Arbeitsmarktsituation und der sozialen Probleme führen. Chinas Regierung muss das Kunststück fertig bringen, das Wirtschaftswachstum vorsichtig zu dämpfen, ohne die Dynamik abzuwürgen. Die Reduzierung des Wachstumsziels auf 7% gegenüber 8% in der Vergangenheit deutet in diese Richtung.

Auslandsinvestitionen in 2003 nur leicht gestiegen

Mit 53,505 Milliarden US-Dollar lagen die ausländischen Investitionen um 1,44% über dem Vorjahr (USD 52,7 Mrd.). China sieht diese Zahl als Erfolg an, da nach der SARS-Krise die Investitionen im zweiten Halbjahr zunächst rückläufig gewesen waren. Erst im vierten Quartal gab es wieder einen positiven Trend. Als weiterer Grund für die verhaltene Entwicklung wurde die Gründung der CEPA (Partnerschaft mit Hongkong und Macao) zum 1. Januar 2004 genannt, die zu einer Verschiebung von Investitionen aus Hongkong geführt hätte. Der Anteil der Hongkong-Investitionen ging um 0,9% auf 17,8 Mrd. US-Dollar zurück. Für das laufende Jahr herrscht Optimismus. Insbesondere wird erwartet, dass im Zuge der LIberalisierung durch die WTO-Mitgliedschaft die Investitionen im Dienstleistungssektor anziehen werden. Der Januar 2004 lag mit USD 4,083 Mrd. um 13,6% über dem Vorjahresmonat.

Überhitzungsbranchen 1: Stahl, Aluminium und Zement

Chinas Kapazitäten für die Stahlproduktion lagen 2003 bei 250 Millionen Tonnen. Durch neue Projekte soll die Kapazität um weitere 80 Millionen Tonnen bis 2005 steigen. Um diese Kapazitäten auch auszulasten müsste China 342 Millionen Erz importieren, 200 Millionen Tonnen mehr als 2003 und mehr als der gesamte Weltmarkt derzeitig hergibt. Ähnlich sieht es bei Zement aus. Mit 813,2 Millionen Tonnen lag die Produktion um 16,8% über dem Vorjahr. Immer noch kommen 75% der Produktion aus veralteten Schachtöfen mit niedriger Rohstoff- und Energieausbeute und hohen Schäden für die Umwelt. Die Kapazitäten für Aluminium sollen bis 2005 auf 9 Millionen Tonnen steigen, obwohl nach allen Prognosen höchstens 6 Millionen benötigt werden. Obwohl China nur ein Dreißigstel des Welt-Sozialprodukts erwirtschaftet, entfielen auf China es ein Viertel des Welt-Stahlverbrauchs und ein Fünftel des Welt-Zementverbrauchs. Gegen das Wachstum soll mit Restriktionen bei der Kreditvergabe vorgegangen werden. Ob dies gelingt, ist nach den Erfahrungen der Vergangenheit fraglich.

Überhitzungsbranchen 2: Automobile

Die Produktion von PKWs lag 2003 mit 2.068.900 Fahrzeugen erstmal über der 2-Millionen-Marke oder um 80,7% über dem Vorjahr. Insgesamt 8 Hersteller kamen über die Grenze von 100.000 Autos:
Shanghai Volkswagen: 405.000 (+45%)
FAW-VW: 302.000 (+57%)
Shanghai GM: 169.000 (+51%)
FAW Tianjin (einschl. Toyota):167.000 (+85%)
Honda Guangzhou: 117.000 (+98%)
Shenlong: 105.000 (+25%)
Changan: 102.000 (+50%)
Cherry: 101.000 (+100%)
Die Zahl der Autobauer stieg um 12 auf 32. Diese Zahl zeigt das Hauptproblem der chinesischen Automobilindustrie, die immer weiter gehende Zersplitterung. Bei einer einfachen Addition der geplanten Kapazitäten kommen abenteuerliche Zahlen von 7 bis 10 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2007 heraus. Die Stückzahlen der meisten Modelle werden bei wenigen 10.000 liegen. Der Markt wird von zahlreichen neuen Modellen überschwemmt werden, bei denen es sich meist um legale oder halblegale Kopien bestehender Modelle handelt, die in eine modernisierte Karosserie gesteckt werden. Alle Hersteller und Zulieferer werden mit sinkenden Margen zu kämpfen haben. Es darf spekuliert werden, wer bei diesem Rennen auf der Strecke bleibt.

Wirtschaftsdaten 2003

Bruttosozialprodukt: CNY 11.669.400.000.000 (oder 1,4 Billionen USD) (+9,1%)
Anlageinvestitionen: CNY 5,5 Billionen (+26,7%)
Außenhandelsvolumen: USD 851,2 Mrd. (+37,1%)
Devisenreserven: USD 403,3 Mrd. (+40,8%)
Pro-Kopf-Einkommen städtische Haushalte: CNY 8.472 (+9%)
Pro-Kopf-Einkommen ländliche Haushalte: CNY 2.622 (+4,3%)

nach oben

 

 © Helmut Janus GmbH China-Consult, Essen 2011