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Helmut Janus GmbH
China-Consult
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China-Nachrichten

 von Helmut Janus GmbH China-Consult
 und VACT Vinck’s Agency for Consulting and Trading

Nr. 44 vom 30. Dezember 2011

Reform des Mehrwertsteuersystems

Zum 1. Januar 2012 treten in Shanghai neue Mehrwertsteuerbestimmungen in Kraft. Danach sollen Dienstleistungen, die bisher der Geschäftssteuer (business tax) unterlagen, zukünftig mit Mehrwertsteuer belastet werden. Im Wesentlichen geht es um Transportleistungen und sogenannte „neue Dienstleistungen“ wie Forschung und Entwicklung, IT-Dienstleistungen, Konferenzveranstaltung, Design, Rechts- und Steuerberatung usw. Neben dem bestehenden regulären Satz von 17% und dem Vorzugssatz von 13% werden zwei neue Steuersätze eingeführt, 11% für Transportleistungen und 6% für die sonstigen Dienstleistungen. Die neuen Regelungen gelten zunächst nur für Shanghai. Nach einer Testphase, deren Dauer noch nicht feststeht, ist aber damit zu rechnen, dass die Bestimmungen landesweit ausgedehnt werden.

Mediation bei Konflikten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern

Das chinesische Arbeitsministerium hat Bestimmungen erlassen, die bei Konflikten zwischen Unternehmen und Beschäftigten eine gütliche Einigung herbeiführen sollen. Angesichts zunehmender und häufig auch in Gewalttätigkeiten mündender Konflikte sollen die Anfang 2012 in Kraft tretenden Bestimmungen Konflikte möglichst im Vorfeld entschärfen und den Arbeitnehmern einen Kommunikationskanal öffnen, durch den sie ihre Anliegen vorbringen können. Festgelegt sind die Grundsätze, Verhandlungsformen, Beteiligte, Fristen und Gültigkeit von Schlichtungsvereinbarungen. Die Arbeit der Schlichtungskomitees soll gestärkt werden. Die Ergebnisse der Vereinbarungen sollen einer Nachprüfung unterliegen. Viele ausländische Unternehmen haben die Erfahrung gemacht, dass Konflikte oft aus scheinbar unwichtigen Anlässen entstehen und sehr emotional geführt werden. Man sollte das Instrument der Mediation deshalb sehr ernst nehmen und entsprechende Abläufe im eigenen Unternehmen vorsehen.

China als Hochsteuerland

Nach einer Umfrage bei 1.166 chinesischen KMU’s halten mehr als 80% die Steuerlast für zu hoch. 15,6% hielten die Steuern für „mittel“, und nur 0,5% waren der Meinung, die Steuerbelastung sei unerheblich. Nach Aussage der „China Europe International Business School“ liegt die Gesamtbelastung der chinesischen Unternehmen im Durchschnitt bei 40%, was im internationalen Vergleich sehr hoch liegt. Daneben beklagen sich die Unternehmen über unverhältnismäßig hohe Gebühren und Abgaben, zum Teil ohne saubere rechtliche Grundlage. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Privatunternehmen, die im Gegensatz zu den staatlichen Unternehmen keine Subventionen oder andere Privilegien erhalten. Seit September 2011 sind viele kleinere Unternehmen in akute Liquiditätsprobleme geraten. Die Regierung hat darauf die Grundfreibeträge für Kleinunternehmen angehoben und einige Gebühren abgeschafft. Die Maßnahmen werden allgemein aber nicht als ausreichend angesehen.

Steigende Stromkosten

Chinas Stromversorger haben im Dezember ihre Preise erhöht, je Kilowattstunde um 0,026 RMB. Zusätzlich werden die Aufschläge zur Finanzierung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen von 0,004 auf 0,008 verdoppelt, so dass die gesamte Erhöhung 0,03 RMB je kWh beträgt. Die höheren Preise sollen dazu beitragen, dass die Kraftwerke, von denen viele mit Verlusten arbeiten, Anreize erhalten wieder mehr Strom zu produzieren, um so die im Winter befürchteten Blackouts zu vermeiden. Für Privatkunden sollen die Tarife stärker progressiv gestaltet werden, so dass nur der Spitzenverbrauch zusätzlich belastet wird. Neben der Erhöhung der Strompreise soll den Kraftwerken durch eine Deckelung des Kohlepreises geholfen werden. Der aktuelle Kohlepreis von 570 RMB je Tonne soll im neuen Jahr um maximal 5% steigen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird aber von Experten bezweifelt. Versuche zur Begrenzung des Kohlepreises in der Vergangenheit haben sich im Markt nicht durchsetzen lassen. Die schlechte wirtschaftliche Lage der Kraftwerke liege auch nicht so sehr an zu niedrigen Strompreisen, sondern an den überhöhten Margen der Netzbetreiber.

Wachsender Appetit auf Wein

Chinas Weinkonsum wird 2011 erstmals höher als der von Großbritannien liegen. China wird damit auf Platz 5 der weinverbrauchenden Nationen aufsteigen. Die Vereinigung der Bordeaux-Winzer hat mitgeteilt, dass China nunmehr ihr größter Kunde sei noch vor Deutschland und Großbritannien. Der vor zehn oder fünfzehn Jahre noch übliche Schnapskonsum, von dem alle erfahrenen Old China Hands ihre Geschichten erzählen können, weicht immer stärker dem Rotwein, und hier insbesondere den edlen und prestigeträchtigen Importweinen. Wein ist aber nicht nur Statussymbol und Genussmittel, sondern auch immer mehr ein neues Geschäftsfeld. Chinesische Käufer treten bei Auktionen auf, investieren ihr Geld in spezielle Wein-Fonds oder handeln an der Shanghai Wine Exchange. Wem es mehr auf den Geschmack ankommt, findet immer mehr gute lokale Weine. Probieren Sie doch mal einen Changyu aus Yantai.

Feiertage 2012

Für 2012 hat China die folgende Feiertagsregelung angekündigt:

22.-28.01.

Frühlingsfest (7 Tage), zum Ausgleich sind Samstag, der 21.01., und Sonntag, der 29.01., Arbeitstage

02. - 04.04.

Grabreinigungsfest (3 Tage), zum Ausgleich sind Samstag, der 31.03. und Sonntag, der 01.04. Arbeitstage

29.04. - 01.05.

Maifeiertag (3 Tage), zum Ausgleich ist Samstag, der 28.04., Arbeitstag

22. - 24.06.

Drachenbootfest (3 Tage)

30.09.-07.10.

Mittherbstfest und Nationalfeiertag (8 Tage), zum Ausgleich ist Samstag, der 29.09., Arbeitstag

 

 

 

 

 

 

 

 

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 © Helmut Janus GmbH China-Consult, Essen 2011