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China-Nachrichten
von
Helmut Janus GmbH China-Consult und VACT Vinck’s Agency for Consulting and Trading
Nr. 26 vom 20. November 2006
Höherer Grundfreibetrag bei der persönlichen Einkommenssteuer
Der Staatsrat hat beschlossen, rückwirkend zum 1.1.2006 den Freibetrag für die persönliche Einkommensteuer chinesischer Staatsbürger von RMB 800 auf 1600 zu erhöhen. Durch die Erhöhung des verfügbaren Einkommens erhofft man sich mehr soziale Gerechtigkeit für Familien mit kleineren Einkommen. Der Freibetrag von RMB 800 orientierte sich an Löhnen und Gehältern und Lebensverhältnissen Anfang der 80er Jahre. Es wurde errechnet, dass eine durchschnittliche Familie heute ca. RMB 1600 für ihren Lebensunterhalt benötigt. Für Ausländer, die in China arbeiten, wurde der Freibetrag von RMB 4000 auf RMB 4800 erhöht.
Gini-Koeffizient
Chinas Gini-Koeffizient im Bezug auf die Einkommensverteilung hat die international als bedenklich angesehene Marke von 0,4 erreicht und sogar überschritten. Der Gini-Koeffizientist ein statistisches Maß für Verteilungsgleichheit, entwickelt vom italienischen Statistiker Corrado Gini. Der Wert kann beliebige Größen zwischen 0 und 1 (bzw. 0 und 100 Prozent) annehmen. Je näher an 1 der Ginikoeffizient ist, desto größer ist die Ungleichheit (zum Beispiel einer Einkommensverteilung).
Besonders drastisch sind die Einkommensunterschiede unter Angestellten von Staatsbetrieben, die häufig zusätzliche Leistungen beziehen wie die Übernahme von Mieten durch den Arbeitgeber, Dienstwagen, Handys, Hausangestellte, touristische und sportliche Aktivitäten etc. Diese gehen nicht in die offizielle Einkommens- berechnung mit ein. Es wird geschätzt, dass leitende Angestellte von Staatsbetrieben Leistungen erhalten, die das 10-20 fache ihres offiziellen Gehalts betragen.
Chinas Import und Export
Zu Chinas Import- und Exportentwicklung in der ersten Jahreshälfte kann man zusammenfassend feststellen:
- Exporte im allgemeinen sind stark gestiegen, Der Handelsbilanzüberschuß hat sich weiter erhöht.
- Importe und Exporte durch sogennanten „Processing Trade“ wachsen weiterhin stark.
- Unternehmen mit Auslandskapital haben einen zunehmend größeren Anteil am Export, Exporte von Kollektiv- und Privatunternehmen sind im Vergleich weniger stark gestiegen. (siehe untenstehende Tabelle)
- Größter Handelspartner Chinas ist weiterhin die EU, gefolgt von den USA und Japan.
- 60% des Außenhandels entfällt auf die Provinzen Guangdong und Jiangsu und Shanghai.
- Am stärksten hat der Export von mechanischen und elektronischen Produkten zugenommen, der Export von Rohöl und Ölprodukten hat signifikant abgenommen.
- Der Import von Rohöl und Eisenerz hat stark zugenommen. Der Import von Ölprodukten und Sojabohnen hat leicht zugenommen. Stark gesunken ist der Import von Stahlerzeugnissen.
Chinas Exporte von Januar bis Juli 2006 nach Unternehmensformen:
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Januar – Juli 2006 - Mrd. USD -
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% Anteil
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% Veränderung zum Vorjahreszeitraum
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Gesamtwert der Exporte:
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504,220
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100%
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+ 21,1%
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ausländisch-investierte Unternehmen
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365,379
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72,5%
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+ 23,7%
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Staatsunternehmen
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127,226
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25,2%
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+ 14,8%
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Kollektivunternehmen
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11,616
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2,3%
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- 2,8%
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Quelle: Xinhua News
Handelsbilanzüberschuss erreicht im August neues Hoch
Für den Zeitraum Januar bis August 2006 beläuft sich der Handelsbilanzüberschuss Chinas auf insgesamt 94,65 Mrd. US-Dollar. Allein im Monat August betrug der Überschuss 18,8 Mrd. US-Dollar, ein neuer Monatshöchstwert in diesem Jahr. Im Detail betrachtet stiegen die Exporte im August um 32,8% auf insgesamt 90,77 Mrd. USD-Dollar und die Importe um 24,6% auf insgesamt 71,97 Mrd. USD-Dollar. Die kumulierten Exporte Chinas für den Zeitraum Januar bis August belaufen sich auf insgesamt 599,63 Mrd. US-Dollar und die kumulierten Importe auf insgesamt 504,98 Mrd. US-Dollar. Somit beträgt der chinesische Handel für den Zeitraum Januar bis August 2006 insgesamt 1,1046 Billionen US-Dollar.
Die EU bleibt Chinas größter Handelspartner mit einem Volumen von 168,96 Mrd. US-Dollar. An zweiter Stelle folgen die USA mit 166,59 Mrd. US-Dollars, an dritter Stelle befindet sich Japan mit 131,33 Mrd. US-Dollar und an vierter Stelle rangiert die „Association of Southeast Asien Nations“ mit 100,93 Mrd. US-Dollar. Die drei größten Handelspartner Chinas haben somit einen Anteil von 42% an dem gesamten Handelsvolumens. In China rangiert die Provinz Guangdong bezüglich des Handelsvolumens für den Zeitraum Januar bis August 2006 auf Platz 1 mit insgesamt 325 Mrd. US-Dollar, was einen Anteil von 29,4% am Gesamthandelsvolumen Chinas entspricht.
Reaktionen auf extremen Handelsbilanzüberschuss:
1. Senkung der Mehrwertsteuerrückerstattung für Exporte zum 15.9.2006 Nachdem der Handelsbilanzüberschuss im Juli und August neue Rekordhöhen erreicht hatte, hat das Handelsministerium mehrere Maßnahmen angekündigt, um den Handelsbilanzüberschuss zu reduzieren. Eine davon ist die Senkung der Mehrwertsteuerrückerstattung bei Exporten. Einzelne Beispiele:
- gewälzter Stahl: von 11% auf 8%
- Keramik, einige Lederprodukte, Zement, Glas: von 13% auf 8 oder 11%
- Nichteisenmetalle: von 13% auf 5%
- Textilien, Möbel, Kunststoffprodukte, Holzerzeugnisse: von 13% auf 11%
Charakteristisch für diese Kategorien sind: hoher Energieverbrauch zur Herstellung, geringe Wertschöpfung, extrem Umwelt verschmutzend, niedriger technischer Fortschritt, geringe Schaffung von Arbeitsplätzen.
Die Senkung der Rückerstattung bedeutet einen Anstieg der Exportkosten, wodurch Exporte zurückgehen sollen. Damit erhofft man sich die Beilegung von Disputen mit den USA, der EU und Ländern wie z.B. Brasilien, Mexiko, Indien, ohne den RMB aufwerten zu müssen. Angesichts der Überkapazität in der Stahlindustrie sollen Exporte weniger attraktiv gemacht werden, um so das Inlandsangebot zu erhöhen. Niedrigere Stahlpreise auf dem Binnenmarkt sollen den großen Stahlverbrauchern zugute kommen, insbesondere der Maschinenbauindustrie.
2. Anhebung der Mehrwertsteuererstattung für ausgewählte IndustrienUm Exporte im bei Schlüsseltechnologien, Hochtechnologie-, IT-Sektor, und Biomedizin anzuregen, wird die Rückerstattung angehoben von 13% auf 17%. Bei landwirtschaftlichen Produkten von 5% auf 11%-13%.
3. Einstellung der Mehrwertsteuerrückerstattung für unerwünschte ExporteDer Export von folgenden Produkten soll durch die Einstellung der Mehrwertsteuerrückerstattung behindert werden, z.B.: Kohle, Erdgas, Paraffinwachs, Asphalt, Silicon, Schrott, 25 Düngersorten, Lederfertigerzeugnisse, Quecksilberoxidbatterien, Kashmir, Kork etc.
Alle Produkte für die es keine Mehrwertsteuerrückerstattung mehr gibt, stehen auch in der Liste der für „Processing Trade“ verbotenen Waren. Für den Import dieser Waren wird Importsteuern erhoben.
Chinas Technologie-Importe steigen um 45,2% in den ersten 9 Monaten 2006
Chinas Technologie-Importe beliefen sich in den ersten neun Monaten diesen Jahres auf insgesamt 17,95 Mrd. US -Dollar; dies entspricht einer Steigerung von 45,2% zum Vorjahreszeitraum. In dem Gesamtvolumen enthalten sind Technologie-Gebühren in Höhe von 11,55 Mrd. US-Dollar, die 64,3% des Gesamtbetrages ausmachen. Chinas Nr. 1 Partner im Bereich Technologie-Importe ist die EU mit einem Gesamtvolumen von 7,541 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht einem Gesamtanteil von 42%. An Platz 2 rangiert Japan mit 4,452 Mrd. US-Dollar (Gesamtanteil 24,8%) und auf Platz 3 befinden sich die USA mit 2,889 Mrd. US-Dollar (Gesamtanteil 16,1%). Ausländisch investierte Unternehmen sind für 48,4% der gezeichneten Technologie-Import-Verträge verantwortlich, wohingegen chinesische Staatsunternehmen einen Anteil von 44,8% an den gezeichneten Verträgen besitzen. Betrachten man die gesamten Technologie-Importe Chinas nach Industrien, so steht der Schienentransport-Sektor mit 3,98 Mrd. US-Dollar und einem Anteil am Gesamtvolumen von 22,2% an Platz 1. Die Elektronik- und Telekommunikationsausrüstungs- industrie verzeichnet mit 3,49 Mrd. US-Dollar den größten Zuwachs mit 123,7% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Rückgang bei Unternehmensgründungen durch Ausländer
Im Juli wurde erstmals ein Rückgang der Neugründungen von Unternehmen mit Auslandskapital verzeichnet. Dies sowohl im Vergleich zu den Vormonaten als auch im direkten Vergleich mit Juli 2005. In den ersten sieben Monaten wurden 22.772 neue Unternehmen mit Auslandskapital gegründet (-7,63% zum Vorjahreszeitraum). Dafür sind wohl drei Gründe verantwortlich:
- Die RMB-Aufwertung wird erwartet. Unternehmensgründungen in China werden in der Mehrzahl unternommen um dort günstig zu produzieren und zu exportieren. Eine RMB-Aufwertung würde diese Exporte verteuern.
- Die Vereinheitlichung der Einkommenssteuer für chinesische und ausländisch investierte Unternehmen wird erwartet. Es entsteht mehr Wettbewerb zu gleichen Bedingungen für ausländisch investierte Unternehmen.
- Furcht vor Aufgabe von Steuervorteilen und steuerfreien Jahren, Steuerung der Investitionen in gewünschte Sektoren, Behinderung von unerwünschten aber für ausländische Unternehmen bisher lukrative Sektoren.
Vorsteuerabzug bei Kauf von inländischen Investitionsgütern
Am 24.7. 2006 wurden vorläufige Durchführungsbestimmungen für die Steuerrückerstattung für ausländisch investierte Unternehmen beim Kauf von im Inland gefertigten Anlagen erlassen. Dadurch wird zumindest teilweise die Möglichkeit geschaffen, dass Mehrwertsteuer, die auf Invenstitionsgüter gezahlt werden muss, für den Vorsteuerabzug anerkannt wird. Bisher kommen aber nur Unternehmen aus der Kategorie „encouraged Projects“ des „GuidingCatalogue“ in den Genuss der neuen Regelung. Die Steuerrückerstattung gilt nur für Anlagen, Maschinen und Ausrüstungsgegenstände, die ins Anlagevermögen eingehen.
In Beijing werden mehr Pkws neu zugelassen als in jeder anderen chinesischen Stadt
In den ersten 6 Monaten diesen Jahres wurden in Beijing insgesamt 155.936 Neufahrzeuge zugelassen. Damit steigt die Gesamtzahl der zugelassenen Fahrzeuge in Beijing auf über 2,7 Millionen, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 15%. Bis zu den Olympischen Spielen im Jahre 2008 wird die Gesamtzahl der zugelassenen Fahrzeuge in Beijing auf über 3 Millionen gestiegen sein. Jeden Tag werden in der Hauptstadt rund 1.000 Neufahrzeuge zugelassen. In Shanghai waren es in den ersten 6 Monaten mehr als 80.000 und in der Hafenstadt Tianjin mehr als 60.000 Neufahrzeuge. Die Top 10 Städte (u. a. Shenzhen, Guangzhou, Chengdu, Hangzhou, Zhengzhou und Ningbo) bezüglich Neuzulassungen vereinen insgesamt mehr als 1,7 Millionen der gesamten Zulassungen in den ersten sechs Monaten auf sich.
Chinas Automobilverkäufe in 2006 machen 10% der Weltautomobilverkäufe aus
Für das Jahr 2006 werden Automobilverkäufe in China zwischen 6,8 und 7 Millionen erwartet, was einem Anteil von 10% der Automobilverkäufe auf der gesamten Welt entspricht. In einer Studie des chinesischen State Information Center wird die Zahl der Automobilverkäufe in China im Jahr 2010 auf 10 Millionen und im Jahr 2020 auf 20 Millionen vorher gesagt. Im Jahre 2002 stand die Zahl der Automobilverkäufe in China bei 3,24 Millionen, was Platz 4 der Weltrangliste bedeutete. Im Jahr 2004 stand China bezüglich der Automobilverkäufe bereits an Platz 3 der Weltrangliste und für das Jahr 2006 wird erwartet, dass China Japan überholt und auf Platz 2 der Rangliste steht. Gemäß Vorhersage des State Information Center wird China im Jahr 2020 die USA bezüglich der Anzahl der Automobilverkäufe überholt haben und der weltgrößte Automobilmarkt sein.
Chinas Produktion von Autos, Bussen und LKWs von Januar bis Juli 2006
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Zeitraum Januar – Juli 2006
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% Veränderung zum Vorjahreszeitraum
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Produktion von Autos
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2.320.100 Einheiten
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+ 47,2%
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Produktion von Bussen
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854.500 Einheiten
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+ 12,1%
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Produktion von LKWs
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133.900 Einheiten
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+ 23,7%
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Chinas Stahlkonsum in 2006
Gemäß einer kürzlich veröffentlichten Studie des International Iron and Steel Institutes (IISI), wird der Stahlkonsum in China um 14,4% auf 374 Millionen to im Jahr 2006 steigen. Der weltweite Stahlkonsum im Jahre 2006 wird in der Studie auf 1.121 Millionen to geschätzt, eine Steigerung um 9% im Vergleich zum Vorjahr (1.028 Millionen to.). Für das Jahr 2007 wird ein weltweiter Stahlkonsum vom 1.179 Millionen to. vom IISI prognostiziert. Im Jahr 2010 soll der Stahlkonsum Chinas auf 489 Millionen gestiegen sein. Die sechs größten Stahl produzierenden Länder im Jahr 2005 waren: 1. China (349,4 Mio. to), 2. Japan (112,5 Mio. to.), 3. USA (94,9 Mio. to.), 4. Russland (66,1 Mio. to.), 5. Süd-Korea (47,8 Mio. to.) und 6. Deutschland (44,5 Mio. to.).
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