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China-Nachrichten
von Helmut Janus GmbH China-Consult und VACT Vinck’s Agency for Consulting and Trading
Nr. 31 vom 11. Dezember 2008
Chinas Programm zur Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise
Die Wachstumsrate des chinesischen Bruttosozialprodukts hat sich von 10,6% im ersten Quartal 2008 auf 9% im dritten Quartal reduziert und lag damit um 2,3% niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Inzwischen hat China mit einem umfassenden fiskalischen und monetären Programm auf die Krise reagiert. Das Gesamtvolumen wird mit 4 Billionen RMB angegeben. Darin stecken jedoch auch massive Infrastruktur-Investitionen, die ohnehin geplant waren. Parallel hat die chinesische Zentralbank seit September bereits dreimal die Zinssätze gesenkt. Zur Stimulierung des Exports wurden die Sätze für die Mehrwertsteuererstattung an Exporteure für 3.486 Warengruppen angehoben. Die Umstellung des Mehrwertsteuersystems von Produktions- auf Konsumorientierung wurde für 2009 bekannt gegeben. Durch Anrechenbarkeit der Vorsteuer auf Investitionsgüter sollen nachhaltige Investitionsanreize gegeben werden (zu Einzelheiten dieser Maßnahmen siehe unten).
Vorsteuerabzug auf Investitionsgüter eingeführt
Im Zuge der internationalen Finanzkrise ist es nun amtlich, dass schon zum 1. Januar 2009 das Mehrwertsteuersystem umgestellt wird. Damit wird die Vorsteuer auf Investitionsgüter – unabhängig ob in China gekauft oder aus dem Ausland importiert – abzugsfähig. Bisher galt diese Regelung nur als besonderer Investitionsanreiz in ausgewählten Nordostprovinzen und in der Erdbebenregion von Sichuan. Außerhalb dieser Regionen waren nur High-Tech-Unternehmen mit besonderem Status von Importzöllen und Einfuhrumsatzsteuer befreit. Unter der früheren Regelung war für die meisten Unternehmen die Einfuhr von Maschinen mit ca. 10% Zoll und 17% Einfuhrumsatzsteuer auf den verzollten Wert, also fast 30% zusätzlichen Kosten belastet. Im internationalen Vergleich bedeutete dies einen erheblichen Investitionsnachteil für China. Im Zuge der Gesetzesänderung wird für Kleinunternehmen die pauschalisierte nicht anrechenbare Umsatzsteuer von 6% auf 3% gesenkt. Zusätzlich wurden einige Geschäftsformen wie zum Beispiel Versicherungen für Exportgeschäfte von der Business Tax befreit. Diese Maßnahmen werden China voraussichtlich mehr als 150 Millionen RMB kosten, was einen wesentlichen Beitrag von Chinas Konjunkturpaket ausmachen soll.
Finanz- und Wirtschaftskrise – deutliche Preisnachlässe bei der Beschaffung in China
Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat in China schneller und stärker angeschlagen als in westlichen Ländern. Daher hat die chinesische Regierung kurzfristig verschiedenste Massnahmen zur konjunkturellen Belebung ergriffen. Für Einkäufer sind dabei vor allem die Erhöhung der so genannten VAT-Refunds von Bedeutung: Für mehrere tausend Artikel und Güter gemäß der HS-Nomenklatur wurden die Export-Umsatzsteuer-Rückerstattungen zum 1. November und zum 1. Dezember 2008 erhöht. Auf Grund dieser Erhöhungen sind die Einkaufspreise für die betreffenden Güter kurzfristig um einige Prozentpunkte günstiger geworden.
Die neuen Export-Umsatzsteuer-Rückerstattungen seit 1.11. und 1.12.2008
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Beschreibung
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Neue VAT-Rückerstattung
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Bestimmte Textilien, Bekleidung und Spielzeug
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14 %
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Bestimmte Keramik u. Artikel des täglichen Bedarfs
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11 %
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Bestimmte Kunststoffprodukte
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9%
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Bestimmte Möbel
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11 und 13 %
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Bestimmte Medikamente, Schmuck, Nähmaschinen, Ventilatoren, Messen, Notebooks, Bücher etc.
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9 und 11 und 13 %
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Bestimmte Gummi- und Forstwesen Artikel
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9 %
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Bestimmte Glaswaren
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11 %
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Bestimmte Wasser-relevante Produkte
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13 %
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Bestimmte Handtaschen, Schirme, Schuhe, Möbel, Uhren, Bettwaren, Leuchten etc.
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13 %
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Bestimmte chemische Produkte und bestimmte eisenfreie Metallprodukte
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11 und 13 %
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Bestimmte mechanische und elektrische Produkte
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11 und 13 und 14 %
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Darüber hinaus sinken viele Material- und Rohstoffpreise in China zur Zeit stärker als in westlichen Ländern. Besonders interessant sind die Preisentwicklungen im metallurgischen (Stahl, Metall, Guss) und Kunststoffbereich.
Gleichzeitig steigt zur Zeit vor allem in Südchina das Insolvenzrisiko. Auf Grund des steigenden Wettbewerbsdrucks sind manche KMUs gefährdet. Daher ist es empfehlenswert, die wirtschaftliche Situation solcher Lieferanten zu prüfen. Etablierte Lieferanten haben nach bisherigen Erkenntnissen Vorteile.
Der Wettbewerb in China nimmt stark zu, so dass kurz- bis mittelfristig die Beschaffungspreise für ein großes Warenspektrum attraktiver werden. Diese günstigen Preisentwicklungen können auch für Unternehmen, die Investitionen in Deutschland oder in China planen, interessant werden, da gegebenenfalls Investitionen auf Grund der günstigen Marktpreise vorgezogen werden können.
Ergebnisse von 30 Jahren Reformpolitik
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Reales Pro-Kopf-Einkommen in RMB
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1979
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1991
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2000
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2007
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Landbevölkerung
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133,60
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708,60
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2.253,40
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4.140,40
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Stadtbevölkerung
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343,40
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1.700,60
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6.280,00
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13.785,80
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Das chinesische Statistikamt hat ermittelt, wie sich in 30 Jahren Reformpolitik das Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung entwickelt hat. Die Phase von 1979 bis 1991 war gekennzeichnet von Armutsbekämpfung und Befriedigung der Grundbedürfnisse. In diesem Zeitraum hat die Landbevölkerung überproportional profitiert. Das Verhältnis von städtischen zu ländlichen Einkommen ging vom Faktor 2,6 auf 2,4 zurück. Seit 1991 hat sich das Wachstum jedoch vorwiegend auf die städtischen Regionen verlagert, so dass die Schere auf den Faktor 3,3 im Jahr 2007 auseinander gegangen ist.
Das Statistikamt hat versucht, für die Entwicklung allgemeine Indizes zu entwickeln. Danach hat sich der Gesamt- Index für den Aufbau einer umfassend zufriedenen Gesellschaft im Zeitraum von 2000 bis 2007 von 59,3 auf 72,9 erhöht. Für einzelne Teilbereiche wie Wirtschaftsentwicklung, Lebensqualität, soziale Harmonie und Bildung sehen die Zahlen ähnlich aus. Nur der Index für die regionale Wirtschaftsentwicklung hat sich von 68,7 auf 62,6 verschlechtert. Die Zahlen des Teilindexes für Demokratie und Rechtssystem fehlen in der Aufstellung.
9,6 Millionen Unternehmen in China
Ende September 2008 hatte China insgesamt 9.603.600 Unternehmen. Das waren zwar rund 36.000 Unternehmen weniger als Ende 2007, die gesamte Kapitalsumme stieg aber um 8,15%. Die große Mehrheit von 6,4 Millionen Unternehmen befindet sich in Privateigentum, die Zahl der Unternehmen mit ausländischem Kapital beträgt 424.600. Von der Gesamtzahl entfielen 68,5% auf Dienstleistungsunternehmen, 29,3% auf Industrieunternehmen und 2,2% auf den Primärsektor.
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