China-Experts...Kompetenz im China-Geschäft

Helmut Janus GmbH
China-Consult
洋汉国际合作有限公司

Logo

Shanghaimodell

Bronzekoepfe

Löwe

Terrakottakrieger

Kohlkopflager

 China-Experts   Leistungen   Wir über uns   Ratgeber   Infos   Aktuelles   Kontakt   Impressum 

China-Nachrichten

 von Helmut Janus GmbH China-Consult
 und VACT Vinck’s Agency for Consulting and Trading

Nr. 36 vom 10. Februar 2010

Chinas Wirtschaftsentwicklung 2010: Die vier größten Probleme

Während das Ausland fast euphorisch auf die chinesischen Wachstumsraten blickt, werden in China selbst die Wachstumsaussichten kritischer diskutiert. Die allgemeine Sicht ist zwar weiterhin positiv, aber es mehren sich die Befürchtungen, die sich insbesondere auf vier Problembereiche richten:

  • Kreditrisiken: Das gewaltige Kreditvolumen des Jahres 2009 von mehr als 9 Billionen RMB beinhaltet erhebliche Risiken. Viele Kredite sind ohne ausreichende Prüfung vergeben worden und können sich als problematisch erweisen, insbesondere wenn das Wirtschaftswachstum hinter den Erwartungen zurückbleiben sollte. Viele Kredite sind auch in hochspekulative Immobiliengeschäfte gegangen, und hinter vielen Kreditnehmern stecken staatliche Institutionen mit zweifelhafter Zahlungsfähigkeit
  • Protektionismus: China hatte 2009 weltweit den Spitzenplatz mit 79 Verfahren gegen Dumping und unzulässige Export-Subventionen mit einem betroffenen Handelsvolumen von über 10 Milliarden US-Dollar. China sieht sich in den meisten Fällen als zu Unrecht beschuldigt und sieht sich im Zuge der weltweiten Krise als Opfer protektionistischer Maßnahmen der Handelspartner.
  • Inflation: Nach acht Monaten mit negativer Inflationsrate stieg der Konsumentenpreisindex im November erstmals wieder auf 0,6% gegenüber dem Vorjahr an. Insbesondere bei Lebensmitteln befürchten die Menschen einen weiteren Anstieg der Preise. Darüber hinaus haben die internationalen Rohstoffpreise wieder angezogen, und das hohe Geldmengenwachstum hat zu Blasen auf den Aktien- und Immobilienmärkten geführt.
  • Überkapazitäten: Die chinesische Regierung hat wiederholt angekündigt gegen Überkapazitäten bei Stahl, Zement, Glas und vielen anderen Gütern vorzugehen. Die Maßnahmen werden aber auf lokaler Ebene konterkariert und können zu sozialen Unruhen führen.

Partnership Enterprise Law of the People’s Republic of China

Ergänzend zu dem im August 2006 in China veröffentlichten “Partnership Enterprise Law” wurden Ende 2009 die administrative Maßnahmen zur Gründung von “Partnership” Gesellschaften für ausländische Unternehmen und natürliche Personen öffentlich bekannt gegeben. Dadurch wird eine neue chinesische Rechtsform für Unternehmen geschaffen, die es ausländischen Unternehmen oder ausländischen natürlichen Personen erlaubt sowohl mit einem oder mehreren chinesischen Unternehmen wie auch mit chinesischen natürlichen Personen ein so genanntes „Partnership Enterprise“ zu gründen. Diese Maßnahmen treten allerdings erst im März 2010 in Kraft, so dass es bis heute noch keine Erfahrungen über die Gründungsprozesse und oder Erfolgsaussichten gibt.
Da bisher nur chinesische juristische Personen sich an Unternehmen mit ausländischem Kapital beteiligen konnten, wird somit das Spektrum ausländischer Investitionsoptionen in China vergrößert.

Maßnahmen gegen den Abwärtstrend bei ausländischen Direktinvestitionen

Trotz einer Erholung in den letzten Monaten lagen die ausländischen Direktinvestitionen erneut unter dem Vorjahresergebnis. Nach vorläufigen Zahlen flossen 85 Mrd. US-Dollar nach China, was einem Minus von 8% entspricht. Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:

  * Der Branchenkatalog ("Guiding Catalogue") soll nach zwei Jahren erneut angepasst werden. Neben der Förderung von High-Tech-Unternehmen wird der Bereich Energie und Umwelt noch stärker in den Vordergrund gerückt.
  * Die behördlichen Kompetenzen werden weiter nach unten delegiert und Formalitäten vereinfacht. Auch die Devisenbestimmungen sollen gelockert werden, wobei aber noch keine Einzelheiten bekannt gegeben wurden.
  * Die Förderung von Investitionen in Zentral- und Westchina soll verbessert werden. Insbesondere für arbeitsintensive Industrien sollen Vergünstigungen geschaffen werden. Es ist auch an die Einrichtung neuer Entwicklungszonen in grenznahen Gebieten gedacht.

Ein weiteres Anliegen der chinesischen Planer ist die Steigerung der M&A-Aktivitäten. Bisher entscheiden sich fast alle ausländischen Investoren für Neugründungen, während nur ca. 3 bis 5% der Auslandsinvestitionen auf Firmenübernahmen entfallen. International sind dagegen rund drei Viertel aller Auslandsinvestitionen Übernahmen und Beteiligungen.

China und ASEAN-Staaten gründen "Free Trade Area" (FTA)

Mit 1,9 Milliarden Menschen und einem Gebiet von 13 Millionen Quadratkilometern ist die am 1. Januar 2010 gegründete Freihandelszone zwischen China und den südostasiatischen Staaten die Größte der Welt. Mit den sechs Gründungsmitgliedern der ASEAN, Brunei, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand sinken die Zölle von durchschnittlich 9,8% auf 0,1%, mit den neuen ASEAN-Mitgliedern Kambodscha, Laos, Birma und Vietnam von 12,8% auf 0,6%. Ab 2015 sollen 90% aller Güter zollfrei gehandelt werden. Die Vereinbarungen sehen weiterhin eine umfangreiche technische und wirtschaftliche Zusammenarbeit vor.

Chinas Automobilmarkt Weltspitze

China hat 2009 die USA als größten Automobilmarkt der Welt verdrängt. Die Produktion von Fahrzeugen stieg in 2009 auf 13,79 Millionen Fahrzeugeinheiten, wovon 13,64 Millionen Fahrzeuge verkauft wurden. Dies bedeutet einen Anstieg von 48% bzw. 46% im Vergleich zum Jahr 2008.
Den stärksten Anstieg verzeichnet das Segment der PKW mit einem Wachstum in Höhe von 52,93% auf insgesamt 10,33 Millionen verkaufter PKW-Fahrzeugeinheiten.
Im Jahr 2009 wurden insgesamt 3,31 Millionen Fahrzeuge aus dem Segment der Nutzfahrzeuge (inklusive LKW, Busse, Chassis, Pickups) in China verkauft. Damit wurde ein Wachstum in diesem Bereich in Höhe von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht.
Mittelfristig ist von weiterem Wachstum der chinesischen Automobilindustrie auszugehen.

Chinas Auto-Hersteller auf dem Weg der Internationalisierung

Shanghai Automotive (SAIC) und General Motors (GM), die beide mit jeweils 50% an Chinas zweitgrößtem Automobilhersteller Shanghai GM beteiligt sind, haben gemeinsame Aktivitäten in Indien und eine Umstrukturierung in China angekündigt. Mit einer gemeinsamen Tochtergesellschaft in Hongkong sollen die bestehenden Werke von GM in Indien ausgebaut werden und zukünftig auch die Modelle von Shanghai GM anbieten. Gleichzeitig verkauft GM 1% der Anteile an Shanghai GM an eine Tochtergesellschaft von SAIC in Hongkong. Der Kaufpreis beträgt 84,5 Millionen US-Dollar. Hintergrund sind für 2010 angekündigte neue Bestimmungen zur Rechnungslegung, wonach nur bei einer Beteiligung von mindestens 51% die Tochtergesellschaft voll konsolidiert werden darf.
Im November hatte der chinesische Automobilhersteller Geely die Übernahme von 100% der Anteile an Volvo von Ford angekündigt. Laut Geely wird Ford keine Patente von Volvo zurückfordern, d.h. alle Schlüsseltechnologien, die derzeit Volvo zur Verfügung stehen, werden auch Geely zugänglich gemacht. Die Unterzeichnung der endgültigen Vereinbarung soll im ersten Quartal 2010 erfolgen.

Expo 2010 in Shanghai

Am 1. Mai 2010 wird die Weltausstellung in Shanghai unter dem Motto „Better City, Better Life“ eröffnet werden. Bisher haben 192 Länder und mehr als 50 Organisationen ihre Teilnahme an der Expo bestätigt.
Bis zum 31. Oktober 2010 kann die Expo in Shanghai besucht werden. Der deutsche Pavillon mit dem Namen „balancity“ wird mit einer Fläche von 6.000m² im Bereich C des Expo-Geländes zu finden sein. Der deutsche Pavillon wird umgeben sein vom französischen, polnischen, schweizerischen, russischen und niederländischen Pavillon. Die chinesische Bezeichnung 和Í珰³漃¼市Ð (hexie dushi) für den deutschen Pavillon bedeutet wörtlich übersetzt „die harmonische Metropole“.
Vinck’s Agency for Consulting and Trading (VACT) hat die Projektumsetzung des deutschen Pavillons unter anderem durch eine fachspezifische Bewertung der lokalen Design Institute, die planerisch und bautechnisch in dieses Projekt involviert werden mussten, unterstützt.
Für weitere Informationen: www.expo2010-deutschland.de

 nach oben

 © Helmut Janus GmbH China-Consult, Essen 2011