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China-Nachrichten
Helmut Janus GmbH China-Consult und VACT Vinck’s Agency for Consulting and Trading
Nr. 33 vom 04. Mai 2009
Kreditwachstum im ersten Quartal: Anzeichen für wirtschaftliche Erholung oder Rennen gegen die Zeit?
Im ersten Quartal 2009 stiegen die Kreditausleihungen der chinesischen Banken um den Rekordwert von 4,6 Billionen RMB, mehr als im Gesamtjahr 2008. Der Anstieg der Kredite beruht wesentlich auf dem von der chinesischen Regierung aufgelegten Konjunkturprogramm mit vorgesehenen Ausgaben von 4 Billionen RMB. Im ersten Quartal des Jahres werden traditionell die höchsten Kredite in Anspruch genommen. Der Anstieg ist dieses Jahr aber besonders stark und liegt schon bei 90% dem für das Gesamtjahr vorgesehenen Volumen von 5 Billionen. Sorgen über die Qualität der Kredite begegnet die chinesische Bankenaufsicht mit dem Hinweis, dass allgemein der Anteil der Kredite rückläufig sei. Die Geldmenge in der weiteren Definition M2 stieg in den drei Monaten von Januar bis März um 27,7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum oder 7,7% seit Dezember 2008. Auch diese Zahl zeigt, dass die chinesischen Unternehmen gut mit Liquidität versorgt sind. Neben der wachsenden Kreditnachfrage zeigt auch der PMI (purchasing managers' index) seit vier Monaten einen Anstieg.
Dem gegenüber weist der amerikanische Finanzexperte Victor Shih in seinem Blog (http://chinesepolitics.blogspot.com/2009/04/what-did-5-trillion-rmb-buy-dear-all-my.html) darauf hin, dass Exporte und Auslandsinvestitionen weiter rückläufig seien und sich die Vorräte der Unternehmen erhöht haben. Die Gefahr bestehe, dass sobald die chinesische Regierung ihre Kreditversorgung zurückfahre, die Staatsunternehmen in große Probleme geraten würden. Die derzeitige Politik des leichten Geldes bezeichnet er als Rennen gegen die Zeit, das China nur gewinnen kann, wenn rechtzeitig die Exportnachfrage wieder einsetzt.
Ausländische Direktinvestitionen 2008
Die ausländischen Direktinvestitionen in China stiegen 2008 um 23,6% auf 95,25 Mrd. US-Dollar. Das Gesamtvolumen verteilte sich auf 26.514 Projekte, was einem Rückgang von 27,35% entspricht. Damit setzte sich der Trend zu weniger aber deutlich größeren Projekten fort. Der Löwenanteil von 81,4% entfiel wieder auf Unternehmen mit 100%igem Auslandskapital, die so genannten "wholly foreign owned enterprises" oder WFOE's.
Außenhandel 2008
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- in Mrd. US-Dollar -
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2008
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2007
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Veränderung
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Chinesische Ausfuhr
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1.428,5
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1.218,0
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+17,2%
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Chinesische Einfuhr
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1.133,1
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955,8
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+18,5%
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Außenhandel gesamt
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2.561,6
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2.173,8
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+17,8%
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Überschuss
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295,5
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262,2
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+12,7%
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Chinesisches Statistikamt gibt Zahl der Wanderarbeiter mit 225 Millionen bekannt
Nach einer Veröffentlichung des Nationalen Büros für Statistik gab es Ende 2008 in China 225,4 Millionen Wanderarbeiter aus ländlichen Regionen, von denen 140,4 Millionen außerhalb ihrer Heimatorte beschäftigt waren. Rund die Hälfte der auswärts Beschäftigten trat zum chinesischen Neujahrsfest im Februar die Heimreise an. Von diesen 70 Millionen sind 80% in die Städte zurückgekehrt. 11 Millionen sind noch auf Arbeitssuche. Von den in ihren Heimatorten verbliebenen 20% hat ca. die Hälfte noch keine Arbeit gefunden. Insgesamt sind diese Zahlen angesichts der Größe des chinesischen Arbeitsmarkts nicht dramatisch. Selbst in der von der internationalen Wirtschaftskrise am Härtesten getroffenen Provinz Guangdong sind derzeit noch 0,5 Millionen der 9,5 Millionen Rückkehrer ohne Job. Die Größenordnung des Problems ist jedenfalls deutlich geringer als der auf 50 Millionen Arbeitsplätze geschätzte Jobverlust durch die Reform der Staatsunternehmen zwischen 1995 und 2005. Die vielfach geäußerte Befürchtung, dass die Wirtschaftskrise zu sozialen Unruhen bisher unbekannten Ausmaßes führen könnte, lässt sich mit den veröffentlichten Zahlen nicht untermauern.
Olympische Spiele erzielten Überschuss von 16 Millionen US-Dollar
Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele BOCOG, das Ende Juni aufgelöst wird, gab zum Abschluss seiner Tätigkeit bekannt, dass die Olympischen Spiele in Beijing 2008 Einnahmen von 1,625 Milliarden und Ausgaben von 1,609 Milliarden US-Dollar erzielten und so mit einem Überschuss von 16 Millionen US-Dollar endeten. In diesen Ausgaben sind jedoch nicht die Aufwendungen für das Olympische Dorf und den Olympischen Waldpark sowie die Infrastruktur-Investitionen enthalten, die sich auf rund 40 Milliarden US-Dollar belaufen.
Der Deutsche Pavillon auf der EXPO 2010
Wir möchten Sie auf auf die offizielle Homepage des deutschen Pavillons aufmerksam machen: http://www.expo2010-deutschland.de Sie finden auf der dreisprachigen (D-E-Ch) Seite alle Informationen rund um den deutschen Pavillon, der mit der Idee der „balancity“ das Motto der Expo Shanghai aufgreift: „Better City, better Life“. Als Vorbereitung für einen Besuch bei der EXPO empfehlen wir unbedingt die Lektüre dieser Homepage, auf der es auch einen virtuellen Rundgang geben wird. Allein der Deutsche Pavillon wird so komplex sein, dass es sinnvoll sein wird, sich vorab einige Schwerpunkte herauszusuchen und sich mit den Ideen der Architekten und der Ausstellungskonzeption auseinanderzusetzen. Desto lohnender wird der Besuch, bei dem man nicht allein sein wird: die Leitung des deutschen Pavillon rechnet mit 3600 Besuchern – stündlich !
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